11. November 2011 09:22 Uhr

GIGA-Institut: Großer Einfluss Chinas auf afrikanische Geschäftswelt ist Mythos

Ist der Einfluss chinesischer Unternehmer in Afrika tatsächlich so groß wie vermutet? Dieser Frage geht die aktuelle Analyse des Hamburger GIGA-Instituts nach. Die Autoren untersuchten den Markt in Ghana und im Senegal und stellten fest: Chinesische Produkte gebe es dort nicht erst, seit zu Beginn des 21. Jahrhunderts chinesische Migranten nach Afrika gekommen seien. Die Handelsrouten nach Asien bestünden schon seit Jahrzehnten. Die meisten Billigprodukte würden auch heute nicht von Chinesen importiert, sondern von afrikanischen Händlern. Dennoch habe die Präsenz der Chinesen Einfluss, weil sie sehr geringe Gewinnmargen akzeptierten und so die Preise drückten.

Die Autoren betonen aber, die chinesische Bedrohung sei ein Mythos. Dass die afrikanischen Geschäftsmänner um ihre dominante Stellung fürchteten, sei trotzdem kein Wunder: Schließlich werde der ökonomische Erfolg der Volksrepublik nicht nur in Afrika gefürchtet, sondern auch in Europa und Lateinamerika.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)