15. November 2011 06:26 Uhr

Studie: Japans Äcker bleiben noch Jahrzehnte unbrauchbar

Der Unfall im japanischen Atomkraftwerk Fukushima wird noch für mehrere Jahrzehnte Folgen haben. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "PNAS". Die Wissenschaftler hatten für ihre Untersuchung tägliche Messwerte aus allen Präfekturen Japans in den Wochen nach dem Unglück ausgewertet und sie mit Wetterdaten und Computermodellen kombiniert. So erhielten sie die erste umfassende Karte der Cäsium-137-Verteilung und somit der Belastung der Böden Japans. Den Daten zufolge sind besonders die Gebiete in den östlichen Provinzen des Landes betroffen. Die Böden seien dort mit mehr als 2.500 Becquerel pro Kilogramm belastet. Das liege über dem Grenzwert, ab den die japanische Regierung Landwirtschaft und Viehzucht verbietet. Der Westen und der Nordwesten Japans seien dagegen nur gering kontaminiert: Mehrere Gebirgsketten hätten sie abgeschirmt.

Die Halbwertszeit von Cäsium-137 beträgt rund 30 Jahre, daher werde die Belastung noch lange andauern. Auf Grundlage der Daten könnten nun sowohl Dekontaminations-Maßnahmen als auch Anbauverbote geplant werden.

Hier der Link zur Veröffentlichung in PNAS.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)