15. November 2011 08:01 Uhr

"Begriff Döner-Morde macht mich wütend" - Türkische Gemeinde vermisst Rassismus-Debatte

"Der Begriff Döner-Morde macht mich wütend." So hat sich der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau" zu der rechtsextremen Mordserie geäußert. Er könne nicht begreifen, wie man den Begriff gedankenlos benutzen und nicht einmal nach den Opfern fragen könne. Er vermisse eine gesellschaftliche Debatte über den Rassismus in Deutschland. Kolat kritisierte im Zusammenhang mit der Mordserie auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er wundere sich, dass die Kanzlerin noch keine Worte der Anteilnahme gefunden habe. Aus seiner Sicht fehlen auch Reaktionen der Gewerkschaften und der Kirchen. Kolat sagte, er sei dem Zentralrat der Juden dankbar, der sich an die Seite der Türkischen Gemeinde gestellt habe.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)