16. November 2011 08:24 Uhr

SZ-Außenansicht: Grundsatzfrage in Afghanistan-Debatte

"In Berlin herrscht eine Gleichgültigkeit gegenüber der NATO." Das meint Klaus Naumann, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr, in der "Süddeutschen Zeitung". Man sehe das Bündnis zwar als notwendig an, tue aber wenig um es zu festigen oder zu stärken.

Laut Naumann stellt sich aber allen voran in der Afghanistan-Debatte die Grundsatzfrage: Würden wir uns in Zukunft an der Seite der neuen Kraftzentren sehen, die kein Interesse daran hätten, dass unsere Werte wie Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit universale Werte würden? Oder stünden wir weiter zu unseren Verbündeten, die sich im Wissen um die Lehren der Vergangenheit der Schutzverantwortung im Rahmen der Vereinten Nationen stellten? Option eins bedeute: Augen zu, wenn ein neues Ruanda drohe. Option zwei bedeute zu Handeln. Naumann ist der Ansicht, dass Deutschlands Einbindung in ein transatlantisch verankertes Europa die erste Option, also das "Augen zu", ausschließe.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)