16. November 2011 08:51 Uhr
Wir gehen zurück ins Jahr 1976: Heute vor 35 Jahren wurde der Liedermacher Wolf Biermann aus der DDR ausgebürgert. In Hamburg geboren, siedelte Biermann 1953 - als 17-Jähriger - in die DDR über. Er gilt als kritischer Kommunist, der den Kapitalismus als Gesellschaftsordnung ablehnt. 1976 trat Wolf Biermann in Köln auf, nachdem er zwölf Jahre lang keine Bühne mehr betreten hatte. In der DDR hatte man ihn mit einem Auftritts- und Ausreiseverbot belegt. Trotzdem hatten ihm die ostdeutschen Behörden 1976 überraschend ein Ausreisevisum erteilt.
Am 16. November - nur wenige Tage nach seinem gefeierten Konzert - meldete die DDR-Nachrichtenagentur ADN, dass Biermann wegen grober Verletzung der staatsbürgerlichen Pflichten die Staatsbürgerschaft aberkannt worden sei. Er sei feindselig gegenüber der Deutschen Demokratischen Republik aufgetreten. Nach seiner Ausbürgerung solidarisierten sich berühmte Schriftsteller der DDR mit ihm und forderten seine Rückkehr. Nach Ostdeutschland konnte er aber erst 1989 - nach dem Fall der Mauer - zurückkehren.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)