17. November 2011 10:56 Uhr

Geograph kritisiert Slumtourismus

Für manche Brasilien-Touristen ist ein Foto des Zuckerhuts in Rio zu langweilig. Sie wollen andere typische Dinge sehen, zum Beispiel einen bewaffneten Drogendealer. Deshalb ist in einigen Ländern Südamerikas oder auch in Südafrika ein Slum-Tourismus entstanden. Reisende schauen sich dabei gezielt Armenviertel an. Darüber berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Der Sozialgeograph Malte Steinbrink von der Universität Osnabrück kritisiert das. Er sagte der Zeitung, der Adrenalin-Kick beim "Dealer gucken" sei ethisch fragwürdig. Außerdem kämen die Anbieter solcher Touren meist nicht selbst aus den Armenvierteln und deshalb komme das Geld der Touristen nicht den Menschen dort zugute.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)