21. November 2011 07:55 Uhr
"Wann, wenn nicht jetzt?", fragt der ehemalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher in einem Essay im "Handelsblatt". Darin fordert er, Europa müsse "sich neu verfassen" - und zwar so, dass die Mitgliedsstaaten mehr Zuständigkeiten auf die europäischen Organe übertrügen. Denn nur ein gestärktes Europa könne sich zu einem echten "Global Player" entwickeln, der künftig die Chance habe, bei der Bewältigung globaler Probleme mitzuwirken.
Zur Begründung schreibt Genscher, die Weltordnung habe sich verändert: Zu den wenigen "Global Players" gehörten zunehmend auch asiatische und südamerikanische Staaten sowie deren Zusammenschlüsse wie ASEAN oder Mercosur. Die USA richteten ihren Blick inzwischen intensiv auf Asien und den Pazifikraum. Die einzelnen Mitgliedsstaaten Europas jedenfalls seien für einen globalen Alleingang zu klein.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)