22. November 2011 08:52 Uhr
Der islamische Feminismus bietet starke Argumente - zum Beispiel gegen die in Europa verbreitete Vorstellung eines frauenfeindlichen Islam. Diese und andere Thesen vertritt Susanne Schröter in der FAZ. Die Ethnologin der Universität Frankfurt schreibt, der islamische Feminismus sei eng mit zivilgesellschaftlichen Reformbewegungen verbunden und basiere auf eigenen Interpretationen des Korans. Ein Beispiel: Wenn im Koran von der Gleichheit vor Gott die Rede ist, dann sehen die Feministen die Gleichheit der Geschlechter als eine logische Folge daraus. Gott sei gender-neutral und der alleinige Souverän, dem sich Muslime zu unterwerfen hätten. Niemand sonst habe das Recht, das zu verlangen - weder König, Fürst noch Ehemann. Susanne Schröter betont, liberalen Musliminnen wehe nicht nur von Seiten der Konservativen ein scharfer Wind ins Gesicht: Auch Frauen zählten zu den Kritikern des islamischen Feminismus, und zwar diejenigen, die in einer eher repressiven Variante des Islam eine Alternative zur westlich geprägten Moderne sehen. Sie befürchteten, Emanzipation könne zu einem unmoralischen Lebenswandel und Chaos führen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)