23. November 2011 06:53 Uhr
Die Bedeutung russischer Gas-Importe wird überschätzt. So lautet die These von Oliver Gerden. Er beschäftigt sich bei der Stiftung Wissenschaft und Politik mit der EU-Energiepolitik. In der "Süddeutschen Zeitung" schreibt er: Im symbolischen Pipelinewettlauf gehe die russische Gazprom besonders geschickt vor, unterstützt vom Kreml und westlichen PR-Agenturen. Aber in ihren Streben nach erkennbarer Energieaußenpolitik überschätze die Europäische Union die Bedeutung Russlands. Gerden zufolge sollte ein Lieferant, der - entgegen der öffentlichen Wahrnehmung - lediglich 25 Prozent des EU-Gasbedarfs decke, nicht in der Lage sein, Europa wirksam unter Druck zu setzen.
Viel wichtiger als komplexe Großprojekte wären laut Gerden die Errichtung zusätzlicher Flüssiggas-Terminals und Gasspeicher, sowie der Ausbau der Pipeline-Verbindungen zwischen den EU-Staaten und europaweit einheitliche Mechanismen für Krisen. Das wäre weit effektiver, als den Blick stets nach außen zu richten.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)