23. November 2011 11:25 Uhr

Forscher: Bei Psychopathen sind bestimmte Verknüpfungen im Hirn gestört

Psychopathen sind der Definition nach Menschen, deren Persönlichkeit so gestört ist, dass ihnen Empathie, soziales Verantwortungsgefühl und moralische Wertvorstellungen fast völlig fehlen.

Forscher aus den USA haben jetzt Hinweise darauf gefunden, dass bei diesen Menschen die Verbindung zwischen zwei ganz bestimmten Hirnarealen nicht gut funktioniert: nämlich zwischen einem Teil der vorderen Großhirnrinde und der Amygdala. Ersterer ist wichtig für Emotionen wie Schuld und Empathie, letztere für das Empfinden von Angst und Furcht.

Die Forscher untersuchten die Gehirne von insgesamt 40 inhaftierten Straftätern mit bildgebenden Methoden. Die Hälfte dieser Häftlinge war von Experten als Psychopathen eingestuft worden. Im Fachmagazin "Journal of Neuroscience" schreiben die Wissenschaftler nun, dass sie tatsächlich eindeutige Unterschiede zwischen den beiden Gruppen feststellen konnten. Diese könnten ein Grund für die Persönlichkeitsstörung der Psychopathen sein.

Frühere Studien hatten schon gezeigt, dass Psychopathen häufig Schwierigkeiten hatten, bestimmte Entscheidungen zu treffen - und zwar auf genau dieselbe Art wie Menschen, die durch einen Unfall Hirnschäden zwischen Großhirnrinde und Amygdala erlitten hatten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)