24. November 2011 11:53 Uhr
In Kambodscha werden zehntausende Menschen aus ihren Häusern oder von ihrem Land vertrieben: Sie müssen großflächigen Immobilien-, Industrie- oder Plantageprojekten weichen. Im Kampf gegen die Zwangsvertreibungen stellen sich immer mehr Frauen an die Spitze der Bewegung. Das geht aus einem Bericht der Menschenrechtsorganisation "Amnesty International" hervor. Die Organisation fordert die Regierung in Phnom Penh auf, den Vertreibungen Einhalt zu gebieten. Diejenigen, die sich dagegen wehrten, seien häufig willkürlicher Gewalt und Strafverfolgung ausgesetzt.
Die "Neue Zürcher Zeitung" berichtet, dass die Europäische Union diesen Landraub indirekt fördere. Dem Bericht zufolge kann Kambodscha viele der Produkte, die auf den Agrarflächen angebaut werden, im Rahmen der "Alles außer Waffen"-Initiative zollfrei in die EU exportieren, zum Beispiel Zucker. Was als eine Form von Entwicklungshilfe gedacht gewesen sei, schaffe nun einen weiteren Anreiz dafür, Menschen von ihrem Land zu vertreiben. Die Weltbank habe die Notbremse gezogen und Zahlungen für Projekte dieser Art gestoppt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)