25. November 2011 06:24 Uhr

Forscher berechnen Kosten des "Brain Drain" von afrikanischen Medizinern

Nicht nur Deutschland beklagt den "Brain Drain", also den Verlust von hochqualifizierten Fachleuten. Wie kanadische Forscher herausgefunden haben, leiden auch viele afrikanische Staaten darunter, dass speziell Mediziner auswandern. Die Wissenschaftler rechneten die finanziellen Verluste aus, die den Ländern durch die verlorenen Ausbildungskosten für die auswandernden Ärzte entstehen. Die Regierungen investierten je nach Land rund 20 bis 60-Tausend US-Dollar pro Mediziner. Der Gesamtverlust habe bei mehr als zwei Milliarden US-Dollar für die untersuchten neun afrikanischen Länder gelegen. Genau diese Staaten hätten aber zugleich hohe Krankenraten von HIV, Tuberkulose und Malaria, was das "Brain Drain"-Problem noch verschärfe.

Die meisten Verluste verzeichneten den Forschern zufolge Südafrika und Simbabwe. Die Ärzte wanderten vor allem nach Großbritannien aus, das so rund 2,7 Milliarden Dollar gespart habe. Auch die USA, Australien und Kanada profitierten von den zuwandernden Medizinern.

Die Studie ist im British Medical Journal erschienen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)