28. November 2011 08:25 Uhr
Nein, nein, nein, nein, nein - die Frauen, deren Kinder Contergan-Schädigungen erlitten, waren nicht selber schuld. So klar will es Albrecht von Schrader-Beielstein sagen. Sein Vater war einer der Angeklagten des Contergan-Prozesses und der Sohn betont heute in der "Süddeutschen Zeitung": Das Mittel habe die Embryonen geschädigt - eindeutig.
Klar ist für Schrader-Beielstein auch: Als die ersten Meldungen über verendete Embryos und missgebildete Neugeborene kamen, habe der Hersteller Grünenthal nicht früh genug reagiert. Der Grund? Das Medikament sei wirtschaftlich gesehen ein Renner gewesen.
Der Name Contergan steht für den größten Medizinskandal der Nachkriegsgeschichte. Von 1957 an war Contergan als angeblich ungefährliches Schlafmittel rezeptfrei an werdende Mütter verkauft worden. Tatsächlich führte der Wirkstoff Thalidomid bei tausenden Neugeborenen weltweit zu Missbildungen der inneren Organe und Gliedmaßen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)