1. Dezember 2011 12:27 Uhr

Sportforscher: Skandalisierung in deutscher Berichterstattung über Doping

Wie berichten Massenmedien über Doping im Spitzensport? Dieser Frage sind zwei Sportwissenschaftlerinnen nachgegangen. Konkret wollten sie wissen, inwieweit der öffentliche Diskurs über Doping durch Skandale und Personalisierung geprägt ist. Dazu analysierten sie gut 100 Artikel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und der "Süddeutschen Zeitung" über die Tour de France 2008.

Über das Ergebnis berichtet die Fachzeitschrift "Impulse" der Deutschen Sporthochschule Köln: Demnach gibt es Personalisierung nur ansatzweise - und zwar indem die Gedopten als Einzeltäter dargestellt werden. Grundsätzlich aber sei die Berichterstattung vielfältig und ordne Doping sozial, rechtlich und medizinisch ein.

Einen Skandalisierungseffekt dagegen konnten die Forscherinnen nach eigenen Angaben deutlich bestätigen: Sobald die Fälle bekannt geworden seien, sei ausführlich über die Überführung der gedopten Sportler berichtet worden. Und: Vergangene Fälle hätten die Journalisten gleich mit aufgerollt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)