2. Dezember 2011 08:23 Uhr
Brasilien hat es mit dem Bau von Brasilia vorgemacht. Das afrikanische Land Äquatorialguinea baut im Osten aus einem Urwald-Dorf mit Hütten eine neue Metropole. Oyala soll zu einem administrativen Zentrum und zu einer Universitätsstadt werden. Zwei große Straßen durchschneiden schon den Urwald, mehrere Brücken und Hochspannungsmasten sind in Arbeit. Bisher hat das Dorf weder Elektrizität noch fließendes Wasser. Die Einwohner hoffen auf Arbeit. Der zuständige Minister macht keine Angaben über die Kosten des Projekts.
Ein ähnliches Planstadt-Projekt an anderer Stelle, Sipopo, kostete Äquatorialguinea laut Regierung 600 Millionen Euro, laut Opposition mehr als zwei Milliarden Euro. Der einzige Oppositionsabgeordnete kritisiert, das Land habe nur 700.000 Einwohner, und fragt, ob die Regierung die neuen Bewohner in die neue Stadt Oyala zwangsdeportieren wolle. Das Geld sei anderswo besser angelegt - so werde mancherorts noch im Freien unterrichtet.
Äquatorialguinea ist reich an Öl, wird aber für seine Regierung kritisiert - das Fernsehmagazin "Monitor" spricht von "Diktatur".
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)