9. Dezember 2011 09:34 Uhr

Historiker: Europa braucht eine formelle Wirtschaftsregierung

"Wenn es eine Krise ist, die etwas Neues schafft, ist es auch gut." Zu diesem Schluss kommt der Historiker Hans-Ulrich Wehler in einem Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung". Darin spricht er sich für eine formelle Wirtschaftsregierung in Brüssel aus. Deutschland spiele dabei eine zentrale Rolle, denn wenn Deutschland nicht entschlossen auf Reformkurs gehe und selbst Rechte nach Brüssel abtrete, dann funktioniere das auch nicht im Rest Europas. Der Historiker glaubt, wenn jetzt eine Zentralisierung der Entscheidungen gelingen sollte dann wäre das ein epochaler Durchbruch. Die "SZ" fragt, ob es nicht ungünstig sei, wenn eine solche neue Gemeinsamkeit nicht aus Überzeugung entspringe, sondern aus einer ökonomischen Zwangslage. Darauf antwortet Wehler: Nein überhaupt nicht. Historische Impulse seien ihm völlig egal. Vielleicht sei es sogar besser, wenn aus einer Krise etwas Neues entstehe, als wenn es aus hehren Idealen enstehen sollte.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)