12. Dezember 2011 13:55 Uhr
Wer gemeinsam kämpfen will, muss sich gut absprechen. Europa verliere seine Verteidigungsfähigkeit, wenn die einzelnen Staaten nicht besser zusammenarbeiteten. Diese Ansicht vertritt Christian Mölling, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsgruppe Sicherheitspolitik im neuen Newsletter der Stiftung Wissenschaft und Politik.
Jedes Land richte seine Rüstungsproduktion nur an nationalen Zielen aus, so Möllings Vorwurf. Wenn man die europäische Verteidigung aber als eine gemeinsame verstünde, ließe sich zum einen viel Geld sparen, weil nicht alle Armeen alles können müssten. Zum anderen würde dies EU und Nato neue strategische Möglichkeiten eröffnen.
Das Hauptproblem sei aber die Kommunikation im Einsatz, schreibt Mölling: Die europäischen Armeen könnten oft nicht zusammen kämpfen, weil ihre Einheiten nicht über das modernste elektronische Kommandosystem verfügten, das alle Informationen über das Kampfgebiet zusammenbringt und Waffensysteme untereinander verbindet. Derzeit besitzten dies nur die USA, deshalb wären zum Beispiel 90 Prozent der Militäraktionen in Libyen ohne die Unterstützung aus Washington nicht möglich gewesen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)