15. Dezember 2011 14:11 Uhr
Sogenannte "Peer Groups" sind in der Wissenschaft Standard zur Bewertung von Veröffentlichungen. Der Begriff steht für das Prinzip, dass Scharlatane ausgeschlossen werden sollen, indem die anderen Wissenschaftler des Fachbereichs Publikationen sorgsam prüfen.
Albertine Oldehinkel, psychiatrische Epidemiologin an der Universität Groningen in den Niederlanden, hat das Prinzip der "Peer Group" in einer Fallstudie untersucht. Ihr Ergebnis: Der Forschung ist damit nur bedingt ein Gefallen getan. Grund dafür seien verschiedene Prozesse der Gruppendynamik. So werde zum Beispiel die kritische Prüfung in der Gruppe gar nicht immer gern gesehen, weil der Druck zur Veröffentlichung für alle hoch sei. Außerdem sei es für gute Zusammenarbeit nötig, dass die Gruppenmitglieder ihr eigenes Wohl hinter das der Gesamtheit stellen, dem Fortschritt der Forschung also Priorität einräumen. Die Forschenden, meist Doktoranden, hätten aber vornehmlich ein anderes Ziel - den möglichst raschen Abschluss ihrer Promotion.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)