16. Dezember 2011 16:52 Uhr

Fallpauschale für Frühgeborene lädt Krankenhäuser zum Betrug ein

Zwei Gramm entscheiden über 20.000 Euro. Die Fallpauschale für Frühgeborene lade Krankenhäuser zum Betrug ein, sagt Professor Henrik Jürges, Gesundheitsökonom an der Bergischen Universität Wuppertal. Bei der Fallpauschale bekommen die Kliniken je nach Diagnose ein festes Honorar. Geht es um Frühgeborene richtet es sich nach dem Geburtsgewicht: Je leichter das Baby, desto aufwändiger ist die Behandlung, desto mehr Geld bekommt deshalb das Krankenhaus.

Im Interview auf DRadioWissen erläutert Jürges, das Problem sei, dass die Pauschale nicht langsam steige. Stattdessen gebe es scharfe Gewichtsgrenzen, ab denen eine andere Fallpauschale gelte. So erhalte ein Krankenhaus für ein Frühgeborenes mit 1001 Gramm Gewicht pauschal 20.000 Euro. Wiege es aber nur 999 Gramm bekomme die Klinik das Doppelte. Dies reize zur Manipulation. Die Statistik weise jedenfalls seit Einführung der Fallpauschalen kein einziges Kind mehr aus, dass knapp über einer Grenze liege, während die Fälle früher gleichmäßig verteilt gewesen seien.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)