19. Dezember 2011 09:56 Uhr
Die Aufarbeitung der Militärdiktatur in Chile in den 70er und 80er Jahren geht einigen Chilenen nicht schnell genug.
Die Präsidentin des Erinnerungsparks "Villa Grimaldi", Margarita Romero Méndez, ist eine von ihnen. Der Zeitschrift "Lateinamerika-Nachrichten" sagte sie, problematisch sei vor allem das Rechtssystem. Es gelte ein Amnestiegesetz für Täter, weshalb die Strafen sehr milde ausfielen.
Auch das Thema Bildung kommt laut Méndez zu kurz: In den Lehrplänen sei das Thema Menschenrechtsverletzungen während der Diktatur nicht vorgesehen. Außerdem gebe es zu wenige Orte der Erinnerung. Präsident Sebastián Piñera habe kein Interesse, solche Stätten zu fördern. Eine staatliche Politik in Bezug auf Erinnerungsorte sei aber dringend nötig.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)