19. Dezember 2011 13:52 Uhr

Sozialrechtler Münder sieht Vor- und Nachteile beim neuen Kinderschutzgesetz

Kinder und Jugendliche werden im neuen Kinderschutzgesetz zu wenig gestärkt. Dieser Meinung ist der Sozialrechtler Johannes Münder von der TU Berlin. Hier bei DRadio Wissen sagte er, etwa bei Kindesmissbrauch in Familien oder auch in Institutionen hätten die Opfer wenig Möglichkeiten, sich mit ihren Problemen jemandem anzuvertrauen. Münder meint, es sei notwendig, dafür unabhängige Stellen mit niedrigerer Hemmschwelle zu schaffen.

Eine Verbesserung ist laut Münder mit dem Gesetz, das im Januar in Kraft tritt, aber auch erreicht worden: Zumindest auf dem Papier seien Ärzte, Lehrer und Sozialarbeiter nun besser vernetzt und könnten in kritischen Fällen das Jugendamt alarmieren. Münder lobte außerdem, dass die Zuständigkeit der Jugendämter endlich geklärt sei. Ziehe eine Familie zum Beispiel um, sei das Jugendamt im bisherigen Wohnort solange zuständig, bis das neue die Betreuung der Familie übernehme.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)