20. Dezember 2011 10:25 Uhr

Portugal: Wissenschaftlerin beklagt mangelnde Erinnerungskultur

In Portugal gibt es auch 40 Jahre nach der Nelkenrevolution keine Vergangenheits-Bewältigung.

Zu diesem Schluss kommt die Sprachwissenschaftlerin Elfriede Engelmayer. In einem Fachaufsatz (für "Matices - der Zeitschrift zu Lateinamerika, Spanien und Portugal") kritisiert sie, dass die Literatur zu diesem Thema immer noch nur wenige Leser erreiche.

Als Beispiel verweist sie auf die Problematik der Kolonialkriege bis 1975. Bis heute würden viele ehemaligen Soldaten glauben, dass die ehemaligen Kolonien Angola und Mosambik portugiesische Provinzen gewesen seien.

Engelmayer beklagt zudem eine fehlende Bereitschaft, sich mit Fragen der Täter- und Opferrolle zu beschäftigen. Dafür seien auch Politiker und die Medien verantwortlich: Sie hätten die Probleme der portugiesischen Massenrückkehr sowie Vertreibungen in Afrika und Amerika bagatellisiert.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)