21. Dezember 2011 07:51 Uhr

Soziologe Wippermann: Wiedereinstieg der Frauen in Beruf soll staatlich gefördert werden

Frauen- und Gleichstellungspolitik ist keine Nischenpolitik mehr. Dieser Ansicht ist der Soziologe Carsten Wippermann von der Katholischen Stiftungsfachhochschule in München. Er schreibt in der "Süddeutschen Zeitung", diese Art der Politik trage dazu bei, dass die Risiken gemeinsam getroffener Entscheidungen im Lebenslauf nicht einseitig von den Frauen getragen würden. Außerdem versandeten so nicht die Potentiale der Frauen. So sei es vernünftig Frauen, die in den Beruf wiedereinstiegen wollen, als Fachkräfte in den Blick zu nehmen. Eine staatliche Förderung dieses Wiedereinstiegs hält Wippermann für sinnvoll - neben Steuererleichterungen könnte er sich ein System von Gutscheinen für haushaltsnahe Dienstleistungen vorstellen, darunter fallen zum Beispiel die Kinderbetreuung oder Reinigung der Wohnung. Denn ein Problem beim Wiedereinstieg sei das Zeitbudget. Mit den Gutscheinen könnten zudem Wiedereinsteigerinnen schicht- und milieuübergreifend erreicht werden.

In einer im Mai veröffentlichten Studie des Bundesfamilienministeriums hatten 78 Prozent der Frauen angegeben, das wichtigste Motiv für den beruflichen Wiedereinstig sei die eigene Alterssicherung. Für die männlichen Partner der Wiedereinsteigerinnen stellte sich das Bild anders dar. 72 Prozent der Männer gabe an, aus deren Sicht sei das wichtigste Motiv der Frauen die Selbstverwirklichung gewesen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)