21. Dezember 2011 09:54 Uhr

Claus Leggewie: Wozu wir Forschungskollegs brauchen.

Einsamkeit und Freiheit sind wichtig für Wissenschaftler. Diese Ansicht vertritt der Politikwissenschaftler Claus Leggewie. In seinem Kommentar in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" spricht er sich mit Nachdruck für die Bedeutung der Forschungskollegs vor allem für die Geisteswissenschaften aus. Die Kollegs hätten einen fest umrissenen und durchaus elitären Sinn - nämlich exzellente und erfahrene Gelehrte auf Zeit vom üblichen Betrieb der Massen-Uni auszunehmen.

Die Kollegs sollten eine gelehrte Kommunikation fördern, die weniger der zwanglosen Wahrheitsfindung dient als der angestrengten Suche nach dringend fälligen Problemlösungen, zum Beispiel zur Finanzkrise oder dem Klimawandel. Leggewie zufolge bieten Forschungskollegs den notwendigen Schutz vor übermäßiger Politisierung - besser als Gutachter und Gremien, die Aufträge erfüllen und Lobby-Druck aushalten müssen.

Die Forschungskollegs seien zudem soziale Orte, die gezielt darauf setzten wenig berechnend oder bürokratisch zu sein. Dieses Merkmal sollten sie sich gegen anderweitige Bestrebungen bewahren, meint Leggewie.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)