21. Dezember 2011 11:21 Uhr
In Mexiko herrscht ein Drogenkrieg, täglich werden Menschen Opfer von Gewalt. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl auf 50.000 gestiegen. Das schreibt die Politikwissenschaftlerin Christiane Schulz des GIGA-Instituts aus Hamburg. In ihrer Analyse macht sie gravierende Rechtsstaatsdefizite in Mexiko aus. So hätten die Täter keine effektive Strafverfolgung zu fürchten. Präsident Felipe Calderón habe die Drogenbekämpfung auch in die Hände des Militärs gelegt. Schulz meint, das trage aber weder zur Verringerung der Gewalt noch zur Begrenzung des Einflusses der Drogenkartelle bei.
Der Forscherin zufolge liefert der Drogenkrieg auch den Rahmen für andere Formen der Gewalt und die Beteiligung staatlicher Akteure an der Gewalt fördere die Institutionalisierung der Straflosigkeit.
Ein weiteres Hauptübel sieht Schulz in der Parallelität von Militär- und Zivilgerichtsbarkeit. So müssten Militärangehörige, wenn sie straffällig würden, so gut wie nie damit rechnen, für ihre Verbrechen zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)