22. Dezember 2011 09:51 Uhr

Rumänien: Philosoph bezeichnet Revolutionspässe als "lächerlich"

"Sie gehören zu den verblüffendsten Dingen der rumänischen Gesellschaft und sie gehören abgeschafft." So urteilt der Philosoph Gabriel Liiceanu über die rumänischen Revolutionspässe. Dem rumänischen Nachrichtenportal "Hotnews" sagte er, man solle ihm ein Land nennen, in dem die Menschen an einer Revolution teilnähmen und dafür eine Bescheinigung erhielten. Der Pass wird in Rumänien an Menschen verliehen, die am Sturz des früheren Machthabers Nicolae Ceausescu im Jahr 1989 beteiligt waren. Die Inhaber des Passes bekommen durchschnittlich eine Rente von umgerechnet 400 Euro und genießen Privilegien wie verbilligte Baugrundstücke oder kostenlose Zugfahrten.

Nach eigenen Angaben gibt die Regierung dafür jährlich umgerechnet 110 Millionen Euro aus. In den kommenden Jahren sollen die Privilegien stückweise abgebaut werden. Dagegen protestieren die Revolutionäre seit Tagen in Bukarest.

Die Zahl der Passinhaber war in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Und manch einer soll sie sich erschlichen haben. So hatten auch Jugendliche, die zum Zeitpunkt der Revolution gerade zwei Jahre alt waren, einen Revolutionspass.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)