22. Dezember 2011 10:53 Uhr

Forschungsobjekt wider Willen: Briten streiten über Schicksal des "Irischen Riesen"

Mit diesen Maßen könnte er heutzutage ein berühmter Basketballspieler werden. Aber auch im 18. Jahrhundert war Charles Byrne mit seinen zwei Meter 30 schon eine Attraktion. Als er 1783 im Alter von 22 Jahren starb, landete er deshalb in der anatomischen Sammlung eines Londoner Museums.

Im "British Medical Journal" melden sich nun ein Medizinhistoriker und ein Jurist zu Wort. Sie fordern, den zum Forschungsobjekt degradierten Toten auf hoher See zu bestatten - so wie er selbst es zu Lebzeiten verfügt hatte. Man könne die Geschichte des "Irischen Riesen" zwar nicht ungeschehen machen, so die Autoren, aber zumindest "moralisch korrigieren". Die DNA des Mannes könne ja weiter erforscht werden.

Der Museumsdirektor wies die Forderung jedoch umgehend zurück. Das Skelett sei für die Forschung von größtem Wert und müsse im Museum bleiben.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)