22. Dezember 2011 11:51 Uhr

Kirgistan: Politik hat revolutionären Moment 2005 verpasst, um positiven Wandel zu nutzen

Die Jugendlichen in Kirgistan sind politisch desillusioniert. Zu diesem Schluss kommt der Ethnologe Philipp Schröder im Rahmen seiner Doktorarbeit. In den Zentralasien-Analysen schreibt er, von außen würde die kirgisische Jugend vor allem mit Revolutionen und gewaltsamen Unruhen assoziiert. So hatte vor sechs Jahren die Tulpenrevolution zum Sturz des ersten Präsidenten der Republik, Askar Akajew, geführt. Im vergangenen Jahr wurde auch sein Nachfolger, Kurmanbek Bakijew, gestürzt.

Der Ethnologe meint, die Politik Kirgistans habe es versäumt den revolutionären Moment von 2005 für einen positiven gesellschaftlichen Wandel zu nutzen. Stattdessen hätten weiter Korruption und interne Machtkämpfe geherrscht. Das habe die Jugendlichen politisch desillussioniert und zu einem tief sitzenden Misstrauen gegenüber ihrem Staat geführt.

Im vergangenen Jahr versuchte die Regierung dem zwar durch die die Gründung eines "Ministeriums für Jugendangelegenheiten" entgegenzuwirken. Aber dem Forscher zufolge steht der Beweis noch aus, dass die neue Institution eine tatsächliche Breitenwirksamkeit entwickeln kann.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)