27. Dezember 2011 15:38 Uhr

Frauen in Kaschmir: Bildung kann gefährlich werden

Bessere Bildung und Arbeit haben vielen Frauen in Kaschmir finanzielle Unabhängigkeit und Selbstvertrauen gebracht. Allerdings steigt dabei aber auch das Risiko, Opfer von häuslicher Gewalt zu werden.

Soziologen und Juristen haben festgestellt, dass gewaltsame Übergriffe in der Familie in den vergangenen zehn Jahren drastisch gestiegen sind. Ihre Erklärung: Offensichtlich könnten es die Männer nur schwer verkraften, dass ihre Autorität als Haushaltsvorstand in Frage gestellt werde. Die staatliche Frauenkommission in Jammu und Kaschmir erklärte, dass gebildete Frauen Übergriffe und Fehlverhalten nicht mehr als selbstverständlich hinnähmen. Das führe zu einer Zunahme innerfamiliärer Konflikte. Mehr als 60 Prozent von 200 befragten Frauen gaben demnach an, aufgrund ihres Bildungsstands und ihrer Arbeit in der Familie diskriminiert zu werden.

Ein Gesetz gegen häusliche Gewalt wurde in Kaschmir erst im vergangenen Juli wieder in Kraft gesetzt. Zumindest auf dem Papier wird Opfern häuslicher Gewalt besserer Schutz zugesichert.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)