30. Dezember 2011 06:22 Uhr

Wir erinnern: Die Argentinien-Krise vor zehn Jahren

Die Argentinien-Krise erreichte heute vor zehn Jahren ihren Höhepunkt. Am 30. Dezember 2001 trat nach nur fünf Tagen im Amt Präsident Adolfo Rodríguez Saá zurück.

Damit reagierte er unter anderem auf den wachsenden Unmut in der Bevölkerung, die in Massen gegen ihn und seine politischen Pläne protestiert hatte. Hintergrund war eine Wirtschaftskrise, auf die Argentinien seit 1998 zusteuerte.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte Argentinien noch zu den reichsten Ländern der Welt gehört. Häufige Regierungswechsel führten jedoch dazu, dass die Produkte des Landes ihre Wettbewerbsfähigkeit verloren und der Staat sich immer höher verschuldete. Die Folgen: Inflation, Rezession und hohe Arbeitslosigkeit. Präsident Saá erklärte Argentinien Ende 2001 schließlich für zahlungsunfähig.

Nach seinem Rücktritt übernahm Eduardo Duhalde das Amt. Der Peso, der bis dahin im Verhältnis 1:1 an den US-Dollar gebunden gewesen war, wurde abgewertet, und Ende 2002 begann sich die Wirtschaft Argentiniens wieder zu erholen. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Land ein Wachstum von knapp zehn Prozent.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)