30. Dezember 2011 12:26 Uhr
Ein Reporter, der in Comics berichtet? Was nach Widerspruch klingt, ist für den US-Journalisten und -Autor Joe Sacco keiner. In seiner jüngsten Comic-Reportage "Gaza" thematisiert er ein Massaker der israelischen Armee an palästinensischen Zivilisten.
Sacco sagte der "Neuen Zürcher Zeitung", Zeichnungen seien nicht automatisch weniger authentisch als Fotos. Auch Fotografen könnten mit heutiger Technologie die Wirklichkeit verzerren. Ein weiteres Problem von Pressefotos: Laut Sacco fassen sie eine Situation wie in einem kurzen Satz zusammen - das könne ein unvollständiges Bild vermitteln. Ein Comiczeichner habe mit Bildsequenzen mehr Möglichkeiten.
Sacco sagte, ihm sei bei seinen Reportagen wichtig, dass der Leser verstehe, wie er arbeite und mit seinen Informationen umgehe. Dabei glaube er nicht an Objektivität, sondern an Fairness.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)