30. Dezember 2011 16:21 Uhr

Hintergrund: Die Kurden

Nach einem Luftangriff der türkischen Armee auf ein kurdisches Dorf ist der Kurden-Konflikt wieder in die Schlagzeilen gerückt. Dazu ein Hintergrund.

Schätzungen zufolge gibt es weltweit bis zu 30 Millionen Kurden, die drei eigene Hauptdialekte sprechen. Sie leben vor allem in Teilen der Türkei, des Irak und des Iran. Das Volk blickt laut dem Bonner Zentrum für kurdische Studien auf rund 5.000 Jahre Geschichte zurück. Trotz der langen Geschichte gab es nie ein gemeinsames "Kurdistan". Nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches wurde den Kurden im Vertrag von Sèvres 1920 zwar ein eigener Staat zugesprochen. Im Lausanner Friedensvertrag drei Jahre später wurde das jedoch nicht eingehalten - stattdessen wurde das ehemalige osmanische Kurdengebiet auf mehrere Länder verteilt, unter anderem die Türkei. Dort lebt heute knapp die Hälfte aller Kurden weltweit.

Seit 1984 kämpft dort auch die als Terrororganisation eingestufte Arbeiterpartei PKK für mehr Unabhängigkeit. In dem Konflikt wurden bislang 45.000 Menschen getötet. Inzwischen fordert die PKK allerdings keinen eigenen Staat mehr, sondern eine größere politische und kulturelle Eigenständigkeit der Minderheit.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)