4. Januar 2012 06:27 Uhr
Wer beim Football-Spielen eine Gehirnerschütterung erleidet, wird in Kalifornien sofort vom Spiel ausgeschlossen. Das schreibt ein Gesetz für mehr Sicherheit im Jugendsport vor, das seit Anfang des Jahres gilt. Für das nächste Spiel ist dann eine ärztliche Erlaubnis nötig. In Deutschland kann sich der Münchener Gehirnforscher Florian Heinen ein solches Gesetz nicht vorstellen. In der "Süddeutschen Zeitung" sagt er, Sportler würden das Gesetz aus Angst um ihre Karriere sicherlich irgendwie umgehen.
Die Diskussion darüber sei aber auch in der hiesigen Fachwelt groß. Neurologen stellten sich die Frage, ob Spitzenathleten in Kontaktsportarten Gefahr liefen, ihr Gehirn zu ruinieren. Rennfahrer trainieren laut Heinen ihre Nackenmuskeln, weil sie mit starken Fliehkräften rechnen. Im Football, Eishockey oder Handball komme ein Stoß aber meistens unvermittelt. Statt eines Spielverbots ist Heinen dafür, Regeln im Sport zu hinterfragen - etwa, warum man beim Football die Köpfe aneinanderrammen darf.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)