6. Januar 2012 06:24 Uhr

Wir erinnern: Vor 20 Jahren wurde der georgische Staatspräsident gestürzt

Wir blicken auf ein historisches Ereignis. Heute vor 20 Jahren, am 6. Januar 1992, floh der damalige georgische Staatspräsident Swiad Gamsachurdia ins Exil nach Tschetschenien. Zuvor hatten bewaffnete Oppositionelle gegen ihn geputscht und ihn für abgesetzt erklärt.

Als Georgien noch eine Sowjetrepublik war, hatte Gamsachurdia als Dissident lange im Gefängnis gesessen. Bei den ersten freien Wahlen 1990 gewann er mit einem Wahlbündnis die absolute Mehrheit. Er wurde zunächst zum Parlamentspräsidenten gewählt und dann zum Staatsoberhaupt ernannt. Er entwickelte einen autoritären Führungsstil, unterdrückte die Opposition und ließ auf Demonstranten schießen. Nach seinem Sturz versuchte Gamsachurdia, seine Macht zurückzugewinnen. Das führte zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen, scheiterte aber schließlich. Gamsachurdia starb 1993 vermutlich durch Selbstmord.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)