6. Januar 2012 10:20 Uhr
Die chilenische Regierung nennt es "ausgewogen". - Kritiker können es nicht fassen. Chiles konservative Regierung plant, die Pinochet-Diktatur in Zukunft nicht mehr so zu nennen. In den Schulbüchern solle künftig von einem "Militär-Regime" die Rede sein.
Verschiedene Medien gehen davon aus, dass die derzeitige Regierung nichts mehr von dem "blutigen Militärputsch" hören möchte. Inwieweit das Militär selbst Einfluss auf die Entscheidung genommen hat, ist unklar.
Die Angehörigen der Opfer der Pinochet-Diktatur sehen die Änderung als massive Geschichtsfälschung an. Während der Zeit zwischen 1973 und 1990 wurden nach offiziellen Untersuchungen über 3.000 Menschen ermordet - Menschenrechtler gehen von weit mehr aus. Tausende wurden verhaftet und gefoltert. Rund 700 ehemalige Militärs wurden wegen Menschenrechtsverletzungen vor Gericht gebracht. 250 von ihnen wurden bisher verurteilt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)