6. Januar 2012 14:24 Uhr

DLF-Tagung: Politologe Crouch sieht "Post-Demokratie" gekommen

Das Internet hat zwar erstmals eine grenzenlose Massenkommunikation geschaffen, es gibt Konzernen oder Regierungen aber auch bisher nicht gekannte Kontrollmöglichkeiten. Das stellte der britische Politologe Colin Crouch auf der Konferenz zum 50-jährigen Bestehen des Deutschlandfunks in Köln fest. Gleichzeitig warf er die Frage auf, ob das Internet auch noch in fünf bis 20 Jahren eine Spielwiese für die Meinungsfreiheit sein werde.

Der Berliner Historiker Paul Nolte widersprach Crouchs These, die Globalisierung führe in ein Zeitalter der "Post-Demokratie", in der traditionelle demokratische Strukturen ausgedient hätten. Die Protestbewegungen in der arabischen Welt zeigten vielmehr, dass viele Menschen bereit seien, für die Idee der Demokratie zu sterben. Das Internet spiele als Vermittlermedium dabei eine große Rolle.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)