6. Januar 2012 16:24 Uhr

Debatte um Wulff: Überschätzen sich die Medien selbst?

Journalisten sollten sich nicht von der Politik vereinnahmen lassen. Davor warnte der Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe, Bodo Hombach. Er sagte bei einer Podiumsdiskussion zu "50 Jahre Deutschlandfunk" in Köln, investigativer Journalismus sei ein konstitutives Element unserer Demokratie. Es gebe für die Mächtigen nichts Disziplinierenderes, als die Drohung mit totaler Transparenz.

Der Chefredakteur des WDR-Fernsehens, Jörg Schönenborn, verwies auf die Debatte um Bundespräsident Christian Wulff. Er warnte die Medien davor, sich als Vertreter der Mehrheitsmeinung zu sehen und sich dabei zu sehr auf die Stimmung im Internet zu berufen. Dort forderten viele einen Rücktritt des Präsidenten. Weite Kreise der Bevölkerung solidarisierten sich aber inzwischen mit Wulff und sähen eine Hetzjagd der Medien.

Der Leiter des FAZ-Parlamentsbüros in Berlin, Günter Bannas, stellte in Frage, ob die Wulff-Berichterstattung wirklich noch Relevanz für den Leser habe. Aus Sicht der Medien sei die Geschichte dennoch Pflicht, denn sie stehe für den Trend zur Personalisierung.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)