9. Januar 2012 10:24 Uhr
Christian Wulff ist selber schuld. Der Medienwissenschaftler Norbert Bolz von der TU Berlin findet, dass der Bundespräsident dazu beigetragen hat, dass es nun nach einer Medienkampagne gegen ihn aussehe. Im Deutschlandfunk sagte er, Wulff verhalte sich so tollpatschig, dass er auch noch den letzten journalistischen Jäger hinter dem Ofen hervorlocke und nun tatsächlich alle auf der Jagd seien.
Bolz glaubt nicht an eine lancierte Kampagne; einen übergeordneten Plan dafür könne er nicht erkennen. Allerdings gebe es eine sogenannten Koorientierung der Journalisten, das heißt, sie schauten mehr als auf die Welt auf das, was die Kollegen machen. Das führe in manchen Fällen zu einer autistischen Verblendung.
Trotz allem hält der Medienwissenschaftler Bolz die deutsche Presse für erstaunlich gut. Zwar gebe es hin und wieder Opfer spektakulärer Art, die seien aber meist selbst schuld an ihrer Opferrolle.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)