9. Januar 2012 15:03 Uhr
Die Versuchung mit Namen "Copy and Paste" ist offenbar zu groß - auch für den Heiligen Stuhl.
Nach einem Bericht des "Guardian" hat sich der Vatikan beim Verfassen der Biografien von 22 neuen Kardinälen bei Wikipedia bedient.
Am 6. Januar hatte Papst Benedikt XVI. die Kardinäle ernannt. Aus diesem Anlass seien die Biographien an Journalisten versandt worden. Die hätten sich über auffällige Formulierungen gewundert - zum Beispiel darüber, dass in den Texten betont wurde, dass die Kardinäle Katholiken seien. Außerdem wurde die sehr konservative Einstellung eines Kirchenmanns zu Abtreibung und Homosexualität erwähnt - sie mache ihn zu einem der meist umstrittenen religiösen Führer des Jahrhunderts.
Vatikansprecher Federico Lombardi habe erklärt, die Biographien seien in Eile verfasst - und deshalb auch als "inoffiziell" bezeichnet worden. Inzwischen gebe es die offiziellen Versionen auf der Homepage des Vatikan.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)