10. Januar 2012 09:59 Uhr

Brüder Grimm bekamen ihre Märchen nur von wenigen Personen erzählt

Wer hat den Brüdern Grimm die Märchen für ihre Sammlung erzählt? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Märchenforscher Heinz Rölleke. Bei "DRadio Wissen" sagte Rölleke, die Brüder seien nicht wie oft angenommen durch die Lande gereist, um sich die Geschichten erzählen zu lassen. Die Fragen bei Bauern, Knechten und Mägden hätten kaum etwas gebracht. Die Quellenlage sei nicht so üppig gewesen, wie die Brüder es erscheinen lassen wollten. Stattdessen hätten sie etwa 40 Zulieferer aus ihrem näheren Umfeld gehabt, die ihnen die meisten Märchen erzählten.

Von diesen Personen habe nicht einer nach dem Erfolg der Sammlung gesagt, die Brüdern hätten die Geschichten von ihm. Rölleke vermutet, dass die Märchen den Menschen damals nicht wichtig genug waren, da sie nur als Kindergeschichten galten. Er könne sich aber auch vorstellen, dass die Erzähler ein Schweigegelübde geleistet hätten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)