10. Januar 2012 16:26 Uhr

Oetker lässt Geschichte in der NS-Zeit aufarbeiten

Was hat Dr. Oetker im Krieg gemacht? Das lässt der Bielefelder Oetker-Konzern gerade wissenschaftlich untersuchen. Die Universität Augsburg erforscht nach Unternehmensangaben seit 2009, welche Rolle Oetker in der Zeit des Nationalsozialismus spielte. Die Aufarbeitung kam erst nach dem Tod des langjährigen Firmenchefs Rudolf August Oetker 2007 in Gang. Er hatte am früher mal guten Ruf des damaligen Chefs Richard Kaselowsky festgehalten, der 1933 Mitglied der NSDAP geworden und Mitglied des "Freundeskreises Reichsführer SS" war. Unter ihm brachte Oetker es zum "nationalsozialistischen Musterbetrieb".

Der Forschungsauftrag endet nach Firmenangaben im Juli, Ergebnisse würden voraussichtlich im nächsten Jahr veröffentlicht. Nach eigenen Angaben war der Oetker-Konzern als Lebensmittelhersteller allerdings nicht kriegswichtig und hatte kaum Zwangsarbeiter. Zu Oetker gehören heute etwa 430 einzelne Unternehmen, die unter anderem Puddingpulver, Backmischungen und Tiefkühlkost herstellen, aber auch eine Reederei, ein Bankhaus, eine Brauerei, eine Sektkellerei, eine Chemiefabrik und Luxushotels.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)