11. Januar 2012 14:24 Uhr

Raumsonde "Phobos-Grunt" stürzt am Sonntag in den Indischen Ozean

US-Wissenschaftler nannten "Phobos-Grunt" den "giftigsten Satelliten aller Zeiten". Denn in den Tanks befinden sich hochgiftige Stoffe wie Hydrazin und Stickstofftetroxid, und in den Messgeräten radioaktives Kobalt. Dass die Raumsonde abstürzen würde, stand schon länger fest. Inzwischen ist auch der Zeitpunkt bekannt. Wie die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mitteilt, soll es am kommenden Sonntag soweit sein, und zwar gegen 10:18 Mitteleuropäischer Zeit. Der berechnete Absturzort der 13,5 Tonnen schweren Sonde sei der Indische Ozean. Die enthaltenen Giftstoffe sollen laut Roskosmos beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen.

Eigentlich sollte "Phobos-Grunt" bis zum Marsmond Phobos fliegen, und damit der Raumfahrtnation Russland nach langer Zeit wieder einen Erfolg bescheren. Wegen technischer Probleme war die Sonde aber nicht über die Erdumlaufbahn hinaus gekommen. Roskosmos-Chef Wladimir Popowkin zufolge war die Sonde technisch nicht ausgereift. Russland habe sich aber wegen internationaler Verpflichtungen unter Termindruck befunden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)