12. Januar 2012 16:04 Uhr
Davon ist der Hamburger Historiker Jürgen Zimmerer überzeugt. Er sagte dem Deutschlandfunk, beim Kampf gegen den Aufstand des Stammes gegen ihre deutschen Kolonialherren 1904 sei es nicht allein um den militärischen Sieg gegangen. Es habe auch die Vorstellung eines Rassenkrieges gegeben zwischen der weißen und der schwarzen Rasse, bei der es nur eine überlebende Gruppe geben könne. Zimmerer sieht im Konzept dieses Rassenkrieges in Südwestafrika den direkten Vorläufer der nationalsozialistischen Eroberungspolitik in Osteuropa. In Namibia habe man von Anfang an einen rassischen Musterstaat konzipiert mit einer deutschen Oberschicht und einer afrikanischen Unterschicht. Die Pläne Hitlers für die besetzte Sowjetunion hätten sehr ähnlich ausgesehen.
Weitere Stimmen zum Kolonialstreben Deutschlands in Namibia hören Sie heute Abend in der Deutschlandfunk-Sendung Studiozeit ab 20.10 Uhr.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)