13. Januar 2012 07:39 Uhr
Der Sonnengruß ist eine Yogaübung. Eigentlich soll sie entspannen. In Indien hat sie jetzt aber das Gegenteil bewirkt und zu einem Streit geführt. Der Ministerpräsident im Bundesstaat Madya Pradesh hat zu einem Rekordversuch aufgerufen: 6 Millionen Schüler sollten zusammen den Sonnengruß vollführen. Damit wollte der Politiker einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde bekommen.
Für Muslime und Katholiken war das allerdings ein Grund, sich zu ärgern: Sprecher der Religionen kritisierten, es handle sich beim Sonnengruß um ein rein hinduistisches Ritual. In kirchlichen Einrichtungen sei es nicht erlaubt. Schulen der beiden Konfessionen wurden deshalb aufgerufen, sich nicht am Massenyoga zu beteiligen. Der Ministerpräsident erklärte daraufhin, die Teilnahme sei freiwillig.
Gestern war es dann soweit: Mit einem Signal über einen Radiosender starteten Schüler die Yogaübung. Nach Angaben der Regierungsbehörde nahmen insgesamt über 50.000 Menschen teil.
Das Ziel von 6 Millionen wurde damit nicht erreicht - ein neuer Rekord aber trotzdem: Bei einem Versuch im Jahr 2005 vollzogen rund 30.000 Schüler den Sonnengruß.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)