13. Januar 2012 15:21 Uhr
Libyen gilt nach dem Tod von Gaddafi im Oktober zwar als befreit, ist aber noch nicht zur Ruhe gekommen. Nach einer Analyse der "Stiftung Wissenschaft und Politik" ist das Wichtigste, jetzt einen neuen Sicherheitsapparat aufzubauen. Denn der Nationale Übergangsrat habe noch nicht die volle Kontrolle und Unterstützung im Land. Allein in der Hauptstadt Tripolis rivalisierten Dutzende verschiedene revolutionäre Brigaden miteinander. Der SWP zufolge bereitet auch die Aufarbeitung der Verbrechen während des Kampfs gegen Gaddafi Probleme. Die Brigaden hielten Tausende verdächtige Zivilisten gefangen, ohne rechtlichen Rahmen. Hier sei ein neues Justiz- und Strafvollzugssystem dringend nötig.
Der Aufbau der neuen Institutionen muss laut der Stiftung allerdings ohne Vorbilder in der libyschen Geschichte auskommen: Unter Gaddafi gab es keine Verfassung, an die man heute anknüpfen könnte.
Die SWP sieht bei der Entwicklung im Land aber auch einen Vorteil gegenüber anderen Ländern: Dank der wieder ansteigenden Erdölproduktion werde die neue Regierung finanziell bald wieder gut dastehen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)