16. Januar 2012 11:39 Uhr

Russland: Regierung fordert Aufklärung der Phobos-Panne

Wieso ist die russische Raumsonde "Phobos-Grunt" abgestürzt? Das will jetzt die russische Regierung wissen und verlangt Aufklärung von der Raumfahrtagentur Roskosmos. Vize-Regierungschef Dmitri Rogosin forderte die Behörde auf, bis zum 31. Januar die Gründe für die Havarie und die Namen der Schuldigen vorzulegen.

"Phobos-Grunt" war im November ins All gestartet und sollte eigentlich den Marsmond Phobos erforschen. Wegen technischer Probleme kam die Sonde nicht über die Erdumlaufbahn hinaus und kreiste seitdem in immer engeren Bahnen um unseren Planeten. Gestern Abend war sie wie erwartet unkontrolliert auf die Erde gestürzt. Über den Absturzort gibt es offenbar Verwirrung: Das russische Verteidigungsministerium hatte zunächst vom Pazifik gesprochen.

Roskosmos-Vizechef Anatoli Schilow erklärte nun allerdings im Staatsfernsehen, die Sonde sei wahrscheinlich über Brasilien in der Atmosphäre zerrissen worden. Sollten größere Teile von "Phobos-Grunt" auf die Erde gefallen seien, würden sie dort wahrscheinlich von Bewohnern gefunden. Sonst sei die Sonde wohl vollständig verglüht.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)