19. Januar 2012 10:54 Uhr
Es wird um die Sekunde gerungen - genauer um die Schaltsekunde.
In Genf sitzen heute 700 Delegierte aus über 70 Ländern auf einer Konferenz der UNO zusammen, um darüber zu entscheiden, ob die Schaltsekunde abgeschafft werden soll. Wie die "New York Times" berichtet, ist es vor allem ein Streit zwischen den USA und Großbritannien. Die Amerikaner wollten sie am liebsten abschaffen, die Briten behalten. Auch die Deutschen hingen an der Sekunde.
Schaltsekunden werden eingesetzt um die Zeit, die von Atomuhren gemessen wird, mit der astronomischen Zeit in Einklang zu bringen. Letztere berücksichtigt die Schwankungen in der Geschwindigkeit der Erdrotation. Um die auszugleichen, wird regelmäßig eine Schaltsekunde eingefügt - die Silvesternacht im Jahr 2009 war dadurch zum Beispiel eine Sekunde länger.
Die Gegner der Schaltsekunde führen vor allem Probleme bei der Synchronisierung technischer Geräte nach einer solchen Zeitumstellung an. Astronomen dagegen bräuchten den Bezug zur Erdrotation, um Himmelskörper direkt anpeilen zu können.
Die eventuelle Abschaffung würde erst ab 2018 gelten.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)