19. Januar 2012 11:50 Uhr

Dänisches Theater will Breivik-Manifest als Theaterstück aufführen

1.500 Seiten als Monolog auf die Bühne zu bringen, ist gewagt. Umso mehr, wenn es sich dabei um das Manifest eines Massenmörders handelt. Ein Theater in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen wollte das Risiko eingehen und auf diese Art das von Anders Behring Breivik im Internet verbreitete Manifest zur Aufführung bringen.

Doch jetzt haben sich die Angehörigen der Opfer von Utøya eingeschaltet: Deren Sprecher sagte der dänischen Zeitung "Politiken", sie hielten das Vorhaben für eine schlechte Idee. Es sei so, als wolle jemand Geld an der Trauer anderer verdienen. Durch das Stück würden die Taten eine Art von Akzeptanz erfahren.

Der künstlerische Leiter des Theaters, verteidigte hingegen die Pläne: Man müsse in die Denkmuster des Massenmörders eindringen, um eine Wiederholung eines solchen Massakers zu verhindern. Die Premiere des Stücks ist für den 23. August geplant.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)