20. Januar 2012 11:52 Uhr
Für die Muslime in Deutschland sind islamkonforme Geldanlagen weniger attraktiv als für die anderswo auf der Welt. Dieser Ansicht ist Hans-Georg Ebert, Professor für Islamisches Recht an der Uni Leipzig. Er prognostizierte im Deutschlandradio Kultur, dass die von der WestLB angebotenen islamkonformen Finanzanlagen ein Nischenprodukt bleiben werden. Bei der Bank können seit heute Geldanlagen speziell nach Regeln der Scharia erworben werden.
Ebert erklärte dazu, die Mehrheit der Muslime in Deutschland sei türkischstämmig. Da die Türkei eher vergleichbar sei mit dem übrigen Europa als mit arabischen Ländern, hätten die Türken keine großen Erfahrungen mit islamischen Finanzprodukten.
Nach strenger Auslegung des Koran sind Geldanlagen nicht generell verboten, sondern nur die Zinsgeschäfte. Islamkonforme Geldanlagen erlauben also den Gewinn beispielsweise aus Aktiengeschäften; Zinsen dürfen darauf aber nicht erhoben werden. Zudem soll das Geld nicht in Branchen investiert werden, die mit Glücksspiel, Alkohol, Schweinefleisch, Tabak, Waffen und Prostitution zu tun haben.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)