20. Januar 2012 12:22 Uhr
Es ist winzig und trotzdem eine Art Held: Das Bakterium "Sulforimonas gotlandica". Entdeckt haben es Forscher vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung im Gotlandbecken in der Ostsee. Dort leben die Mikroben im Randbereich einer sogenannten Todeszone und verzehren giftigen Schwefelwasserstoff. Damit tragen sie dazu bei, den Meeresboden zu entgiften und Fische vor den schädlichen Auswirkungen der Todeszonen zu schützen. Das sind Bereiche, in denen es fast keinen Sauerstoff am Meeresboden gibt. Sie kommen in der Ostsee und im Schwarzen Meer vor.
Es war schon länger vermutet worden, dass Mikroben dazu beitragen, dass sich die Zonen nicht weiter ausbreiten. Die Forscher haben aber nach eigenen Angaben zum ersten Mal ein bestimmtes derartiges Bakterium identifiziert und auch im Labor nachgezüchtet. Sie meinen, die Entdeckung könne helfen, Todeszonen künftig besser zu verstehen und vielleicht sogar aktiv zu beeinflussen. Die Ergebnisse zu "Sulforimonas gotlandica" wurden im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)